Studentenprojekt Modellzeppelin Fleye

Im Rahmen meines Luft- und Raumfahrtelektronik-Studiums an der Dualen Hochschule in Friedrichshafen werden sogenannte Studienarbeiten bearbeitet, wobei ich mich auf Grund meiner Modellflugkenntnisse in einem Modellzeppelin-Projekt mit eingeschrieben habe.
Ziel der Studienarbeit ist die praktische Umsetzung des in der Vorlesung erlernten Wissens. Aber natürlich sollten diese Arbeiten auch als Aushängeschild für die Hochschule dienen. Was eignet sich da besser als der Nachbau eines in Friedrichshafen gebauten und betriebenen Luftschiffs. Seit mittlerweile 5 Jahren tüfteln bis zu 30 Studenten während des vorletzten und letzten Semesters an dem Aufbau und Betrieb eines Modellluftschiffs.

Daraus entstanden ist nun ein 8 Meter langer und 15 Kubikmeter großer Blimb. Bei einem Blimb handelt es sich um ein mit Helium gefülltes Luftschiff, das ausschließlich durch Überdruck in Form gehalten wird. Es ist kein Gerüst oder eine feste Struktur verbaut im Gegensatz zum Original. Angetrieben wird das Modell von zwei elektrischen Hauptmotoren und einem Heckmotor, der die Seitenruderwirkung verstärken soll. Die Hülle des Luftschiffs wird aus zwei unterschiedlichen Lagen aufgebaut. So wird für die Außenhaut ein Gleitschirmstoff verwendet, um die nötige Robustheit zu erreichen. Innerhalb werden spezielle Kunststofffolien verwendet, um die Dichtigkeit gegen das Ausströmen von Helium zu garantieren. Getrimmt auf Gewichtsoptimierung wird letztendlich ein Abfluggewicht von knapp 17kg erreicht. Wobei darin 4,5kg Payload, also die effektive Nutzlast enthalten sind. Aufgrund des Auftriebs von Helium „wiegt“ das Fleye noch ca. 700g. Dieses Übergewicht kann problemlos von den beiden 500W Elektromotoren gehoben werden und bietet gleichzeitig noch die Sicherheit, dass bei einem Ausfall das Luftschiff wieder langsam zu Boden sinkt.

Nach einer circa zweistündigen Aufbauprozedur und Heliumkosten von ca. 300€ steht der Modellzeppelin zum fahren bereit. An dieser Stelle wurde mir die große Ehre das Schiff zu Steuern übertragen. Im ersten Moment war das ein sehr komisches Fluggefühl, ein so träges aber in sich stabiles System zu lenken. Ein krasser Gegensatz zu meinen sonstigen Modellflugzeugen. Doch genau diese Langsamkeit zeichnet einen Zeppelin ja aus. In dem unten angefügten Link ist ein Ausschnitt von meiner ersten Fahrt mit dem Blimb zu sehen. Dank der starken Elektromotoren können Fluggeschwindigkeiten von bis zu 40km/h erreicht werden. Angetrieben von 3s LiPo Akkus mit 20Ah sind extrem lange Einsatzperioden möglich.

Mit drei Kommilitonen zusammen arbeiten wir während unserer Studienarbeit an einer autonomen Flugsteuerung des Zeppelins. Dabei werden vor Allem die hohe Windanfälligkeit und die Trägheit des Steuerverhaltens zu einer kniffligen Aufgabe. Hierzu wurde ein sogenannter ArduPilot verbaut, der im Speziellen für den Betrieb von Multicoptern entwickelt wurde und über eine flexible Programmierung und einen großen Umfang an Sensoren verfügt. Das erste Ziel unserer Studienarbeit, die Implementierung der Elektronik haben wir erfolgreich abgeschlossen und wagen uns jetzt an die Erstellung eines Höhenreglers für den Zeppelin, der auf Kommando die aktuelle Höhe des Luftschiffs konstant halten soll.

Abschließend kann ich sagen, dass die Arbeit an so einem Luftschiff extrem spannend sein kann, vor Allem wenn das Ganze direkt neben den großen Luftschiffen der Zeppelin Luftschiff Technik in Friedrichshafen statt findet (die sind echt richtig groß!!!!). Trotzdem bin ich froh dass ich im Normalfall mit agileren und schnelleren Modellflugzeugen unterwegs sein kann.
 

Video zum Modellzeppelin Fleye

 

 


Modellflugplatz
FMC Memmingen

in Holzgünz

 

Flugbetriebszeiten:

Mo. -  Sa.:     09:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 19:30 Uhr

So.  &.           09:00 - 13:00 Uhr und 15:00 - 19:00 Uhr
Feiertags: